Ein einzigartiges Erlebnis – Unsere Wüstenexkursion in die Negevwüste

Wir sind wieder aus der Wüste zurück! Vom 4. Oktober bis zum 12. Oktober wanderten wir auf dem Israel National Trail ca. 100 km und 2700 Höhenmeter durch die Negevwüste bis zu dem wunderschönen am Roten Meer liegenden Ort Eilat. Dort konnten wir als Belohnung im Roten Meer schnorcheln und Fische sehen, die man ansonsten nur aus dem Aquarium kennt.

Insgesamt war die von einigen lang ersehnte, von anderen lang gefürchtete Wüstenexkursion für uns alle ein einzigartiges Erlebnis!

Täglich standen wir gegen fünf Uhr morgens auf, packten unsere Schlafsäcke, Isomatten und Rucksäcke zusammen, stärkten uns für den Tag und machten uns nach einer kurzen Morgenandacht gegen halb sieben auf den Weg. Wir wanderten nicht nur viele steile Aufstiege hinauf und hinunter, sondern mussten an einigen Stellen auch sehr viel klettern. Besonders schön dabei war, dass wir uns alle gegenseitig geholfen haben. Meistens kamen wir bereits am Mittag an unserer Übernachtungsstelle an, sodass wir viel Zeit hatten, uns besser kennenzulernen, gemeinsam Spiele zu spielen, eine Geschichte zu hören oder aber auch, sich Zeit für uns selbst zu nehmen, Tagebuch zu schreiben und das Buch zu lesen, das man schon immer mal lesen wollte, aber wozu man bis dahin einfach zeitlich nicht kam. Nach einem leckeren Abendessen  – es kam einem  3-Gänge Menü sehr nahe und das in der Wüste – und einer Abendandacht saßen wir häufig noch vor dem Lagerfeuer zusammen, schauten uns den wunderschönen klaren Sternenhimmel an oder sangen gemeinsam Lieder.

Da es wirklich sehr schwierig ist, die vielen verschiedenen Eindrücke zusammenzufassen, werden im Folgenden einige Zitate angeführt. Und natürlich auch Fotos 😉

 

Eindrücke von Tag 1 – Ramon Krater:

 

 

„Am ersten Abend unter freiem Himmel konnte ich locker 20 Minuten nicht einschlafen, weil ich immer wieder neue Sterne entdeckt habe. Dann wieder vom Gesamtbild des Himmels beeindruckt war. Und dann wieder neue Sterne entdeckt habe. In dem Moment konnte ich mir gar nicht vorstellen, wieder in einem Zimmer mit niedriger, weißer Decke zu schlafen.“

„Für mich war die Wüstenwanderung eine sehr bereichernde Erfahrung. Es war unglaublich faszinierend, unter freiem Himmel zu schlafen, es tat sehr gut, mal auf das Handy zu verzichten und was mir unter vielem mehr noch sehr gut gefallen hat, war der Wüstentag. An diesem Tag hat sich jeder einen eigenen Platz in der Wüste gesucht und den ganzen Tag Zeit gehabt, über sich selbst nachzudenken.“

„Die Wüste barg für mich neue Erkenntnisse. Dass ich, je weniger ich habe, umso mehr über die Dinge nachdenke und umso mehr in ihnen entdecke. Ein eigenartiges Paradox, dass ich mich umso reicher fühle, je weniger ich habe. Alles erfährt im Wenigen eine neue Dimension, eine Vielfalt an Dimensionen. Ich hatte das unvergleichliche Gefühl der Verbundenheit mit der Umgebung, angelehnt an einen Felsen, den Wind im Gesicht spürend und die Füße vom Wandern erschöpft. Das Versinken in der Natur und alles dringt in mich hinein. Das war ein Gefühl von Einklang. Man versinkt in der sorglosen Stille des Augenblicks und wird sich bewusst über die Vielfalt des Seins, die Pluralität der Perspektiven und die vorher verborgen gewesenen Wirklichkeiten.“

„Humor und Geduld sind zwei Kamele, mit denen du durch jede Wüste kommst.“ (Arabisches Sprichwort). Die Tage in der Wüste haben so einiges bei mir auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Hitze, die körperliche Anstrengung und das sporadische Leben waren für mich eine Herausforderung. Vielmehr ist man in der Wüste sich selbst völlig ausgeliefert. In den Stunden der Einsamkeit und der Stille habe ich mich und meine Beziehung zu Gott neu entdeckt. Auch in einem so lebensfeindlichen und öden Ort will Gott mir seine Nähe schenken und mich auf meine Wege begleiten. Was bleibt von den Tagen ist diese tiefe Erfahrung.“

„Wir leben alle noch! Im Rückblick bin ich wirklich beeindruckt, was wir alles an steilen Abhängen, irren Kletterhindernissen und Aufstiegen gemeistert haben – und das als völlig untrainierter Haufen von Theolog*innen. Aber zusammen ist wirklich eine Menge möglich und so waren immer helfende Hände, ein guter Tipp oder auch einfach nur die Zusprüche „du schaffst das“ und „nimm dir Zeit“ da. Also danke an euch für die wirklich schöne Zeit!“

„Die vergangenen Tage waren super und beeindruckend. Aber die Erlebnisse und Erfahrungen kurz wiedergeben, kann ich noch gar nicht. All die Eindrücke müssen erstmal verarbeitet werden.“

„Meine wichtigste Erfahrung ist, wie glücklich einen die kleinen Dinge machen, zum Beispiel Abendessen oder Schatten, und wenn man zurück kommt, Bett oder Dusche:)“

„Die Wüstenexkursion war – mit einem Wort – großartig! Viele der Erfahrungen, die ich dort machen durfte, werden mich so schnell nicht loslassen und in den ersten Tagen nach der Rückkehr habe ich mich mehr als einmal zurück in die Wüste gewünscht. Vor allem war das Zusammenleben bis zu einem gewissen Grad ein Gegenentwurf zu der Welt, in der wir gegenwärtig leben, wodurch sich die Wüste auch für mich persönlich  als besonderer Raum für christliche Spiritualität erwiesen hat…“

 

Eindrücke unserer Tour durch den Negev:

 

 

 

Schattige Plätzchen:

 

 

Oogi on Tour:

 

 

Tolle Aussichten hatten wir auf unserer Tour:

 

 

Gruppenbilder müssen sein: (vor allem um den Vorher-Nachher-Effekt zu verdeutlichen :D)

 

 

Was wir so gemacht haben, wenn wir am Schlafplatz waren:

 

 

Schnorcheln in Eilat:

 

 

Enden möchten wir mit einem Gedicht, das zwei von uns geschrieben haben.

Wir senden herzliche Grüße aus Jerusalem!

Jessica und Anna-Lisa!

Das Geheimnis der Wüste

Es glitzert.

Im Nichts der endlosen Weite erreicht ein heller Lichtstrahl mein Auge.

Scheinbar verborgen inmitten von glanzlosem Staub und harschem Geröll.

Kurze Irritation.

Ich blinzle. Mein Auge trügt mich nicht.

Ich greife nach dem Funkeln. In den Händen halte ich Millionen von Jahren.

Ein Stück Geschichte. Ein Stück Natur. Ein Stück Leben.

Geformt durch ungebändigte Kräfte, allen Naturgewalten zum Trotz, jetzt in meiner Hand. Gehalten gegen die blendende Sonne entdecke ich tiefe Furchen.

Blickend durch das gebrochene Oval erscheint die Wirklichkeit in milchigem Ton. Gläsern, doch nicht wie Glas.

Was durchblicke ich dadurch?

Schemenhaft erkenne ich Umrisse. Doch meinen Blick zieht es nur für einen Moment durch den Stein, im nächsten Augenblick haftet er an ihm.

Ich denke: Vielleicht geht es in der Wüste nicht darum, Dinge zu durchschauen, sondern Dinge genau anzuschauen. Vielleicht geht es nicht ums Durchhasten, sondern ums Rastmachen. Weg vom Haben, hin zum Sein. Weg vom Ziel, hin zum Weg.

Die Fülle unserer Zeit kulminiert in einem Stein. In dem Kleinen das Große entdecken – das Geheimnis der Wüste.

 

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